13. Dezember 2011

Erster Tag in Shiraz

Für eine Bleibe hatten wir also gesorgt, jetzt ging es daran den Tag sinnvoll zu gestalten. Shiraz bietet Sehenswürdigkeiten in Hülle und Fülle und schon der Blick in meinen Reiseführer verriet mir, dass zwei Tage einfach zu wenig sind um der Stadt gerecht zu werden, eine Herausforderung also. Wir beschlossen einfach mal planlos loszugehen, Hauptsache ins Freie und einen kleinen Eindruck gewinnen. Es stellte sich heraus, dass unser Hotel, strategisch gesehen, optimal gelegen war. Keine 20 Meter gelaufen und schon befanden wir uns in Mitten des Zentrums auf dem "Bolvar-e Karim Khan-e Zand", der wahrscheinlich größten Straße von Shiraz.  Blauer Himmel und Sonnenschein, gefühlte 20 Grad, gute Luft, jetzt gleich noch was zu Essen schnappen, ein wonniges Gefühl erfasste mich und ich hatte richtig Bock auf die Stadt.
Mitten im Zentrum von Shiraz steht die Karim Khan Festung, ne Burg quasi. Und diese Burg war Ende des 18. Jahrhunderts, bevor dann die Hauptstadt von den Qajaren 1789 nach Teheran verlagert wurde, Regierungssitz von Karim Khan-e Zand, der, man ahnt es schon, damals über fast ganz Persien herrschte.

Karim Khan Festung
 
im Inneren der Karim Khan Festung
Im Inneren der Festung befindet sich ein kleines Paradies, eine Gartenanlage mit Zitronenbäumen und Wasserbecken. Auch die Architektur der Gebäude ist sehr beeindruckend. Die angekündigte Ausstellung von Fotos aus dem Shiraz des 19. und 20. Jahrhundert hab ich allerdings nicht zu Gesicht bekommen.
Madreseye Khan
Danach führte uns unser Spaziergang tiefer ins Innere der Altstadt zur Vakilmoschee, deren Besuch uns sehr ans Herz gelegt wurde, leider aber geschlossen nicht geöffnet hatte. Nebenan ist dann auch gleich der Vakilbasar und die Madreseye Khan, beides hakten wir ab.







Ein absolutes Muss für jeden Touristen in Shiraz sind die Mausoleen die für die Dichter Hafez und Saadi errichtet wurden. Natürlich könnte ich jetzt sagen, dass es sich bei beiden im Endeffekt nur um besonders aufwendig gestaltete Gartenanlagen handelt....sag ich auch, aber man kann dennoch hinzufügen, dass hier eine besondere Stimmung herrscht. vielleicht gerade durch die vielen Besucher bewirkt bekommen diese Grabstätten ein besonderes Flair und auch eine eigene Wichtigkeit. In den wärmeren Jahreszeiten sollen hier, besonders im "Aramgah-e Hafez", Konvente veranstaltet werden, bei denen am Feuer bis spät in der Nacht Gedichte rezitiert werden.

Saadi Mausoleum
Hafez Mausoleum
auch Saadi Mausoleum

Der Blick in den Bargh-e Naranjestan
Naranjestan, oder auch Bargh-e Naranjestan-e Qavam, ist ein 1880 erbauter Gebäudekomplex, der dem zu diesem Zeitpunkt als Bürgermeister von Shiraz amtierenden Ali Mohammad Qavam al-Molk als Residenz und Verwaltungssitz diente. Eigentlich muss man hier von einer absoluten Prachtvilla sprechen, man ließ es sich an nichts fehlen, lebte quasi in Saus und Braus. Der Garten ist nach wie vor eine Augenweide, hier wachsen Palmen und Orangenbäume, auch gibt es die typischen Wasserbecken, die im Sommer für ein angenehm kühles Klima sorgten. Die Büro- und Wohnanlage wurde ebenso luxuriös gestaltet. Es gibt Wohnbereiche unterteilt in solche für den Sommer mit großen luftigen Räumen und andere für den Winter, die klein und gemütlich gehalten waren, vor allem aber die Wärme besser speicherten. Natürlich alles super aufwendig verziert und geschmückt, sogar Kacheln mit "deutschen Fräuleins" konnte ich finden.
Weiter ging's ins Pars-Museum, "großer Name, nix dahinter" war so mein Eindruck, ich kann's nicht so unbedingt weiterempfehlen. Es wurde doch eher wenig ausgestellt und auch thematisch schien es eher aus der Luft gegriffen und zusammengewürfelt. Allerdings bin ich natürlich auch dafür, dass man sich immer selbst einen Eindruck machen sollte. In den Reiseführern stehen da immer so Tops und Flops, die ich im Nachhinein so auch nicht bestätigen würde. Unbefangen hingehen und sich selbst nen Inspirieren lassen, ne! Apropos Tipps, einen hätte ich da dann doch noch. Es ist immer von Vorteil, wenn man die islamischen und örtlichen Feiertage kennt und berücksichtigt, manchmal sind's auch Monate! Während meines ganzen Trips war hier Muharram und das Ashurafest stand vor der Tür. Das hatte dann zur Folge, dass viele Sehenswürdigkeiten ganzeinfach geschlossen blieben. Auch Restaurants und so fahren ihren Betrieb runter, wir konnten z.B. während unserer Zeit in Shiraz keinen Ort finden, an dem uns gestattet war Wasserpfeife zu rauchen. Auch Ramadan, der Fastenmonat, ist eher schwierig für Touristen und Ausländer, es sei denn man will genau das erleben.
So, morgen geht's dann nach Persepolis und Naqsh-e Rostam, vielleicht die geschichtsträchtigsten Orte, die man im Iran besuchen kann.

11. Dezember 2011

Teheran nach Shiraz

Donnerstag letzter Woche ging es endlich los, die ersten freien Tage auf die ich mich schon seit meiner Ankunft hier im Iran gefreut hatte. Nicht dass das Leben hier in Teheran uninteressant wäre, dennoch reizte es mich schon lange auch den Rest des Landes zu erkunden. Am Mittwoch also noch schnell den Abschlusstest des Persischkurses geschrieben und dann am nächsten Tag auf zum Busbahnhof. Ich hatte mich mit Carlos, einem Spanier, und Kjetil einem Norweger, die ich beide im Sprachinstitut kennengelernt hatte, um sechs Uhr Abends am "Terminal-e Jonubi" verabredet, wir wollten den Nachtbus nach Shiraz nehmen.
Shiraz ist die Hauptstadt der Provinz Fars, oder Pars, wie sie eigentlich heißt (aber das ist eine andere Geschichte). Shiraz liegt ungefähr 930 Kilometer südlich von Teheran und hat ca. ein bis zwei Millionen Einwohner. Berühmt wurde Shiraz unter anderem durch seine Nähe zu der achämenidischen Hauptstadt Persepolis und durch die Dichter Hafez und Saadi.
Natürlich kam keiner von uns pünktlich zum verabredeten Treffpunkt, da die Busse aber gerade von Teheran aus mindestens stündlich (egal in welche Richtung) fahren, war das kein Problem. Auch der Preis für unsere Busfahrt war zu unserer freudigen Überraschung für europäische Verhältnisse und wohl auch für iranische spottbillig, ungefähr neun Euro kostete der Spaß. Natürlich kann man dann auch nicht unbedingt Luxus erwarten, so schlimm wie mein Miniautobus war's aber auch nicht.
Etwa dreizehn Stunden später waren wir auch schon am Ziel. Die Fahrt verlief zumindest für mich sehr entspannt, da ich die meiste Zeit mit Schlafen verbringen konnte. Lediglich zwei drei kleine Pausen legte der oder die Fahrer, ich hoffe doch, dass sie sich zwischendurch abwechselten, ein. Und sogar eine Autobahnmoschee wurde für diejenigen angefahren, die morgens um fünf oder sechs Uhr ihr Gebet verrichten wollten. Wie gesagt, ich hab die meiste Zeit geschlafen und erwachte dann mit der Feststellung, dass in Shiraz noch Herbst war. An die 15°C, die einer Jacke schnell überflüssig machten. Unser nächster Anlaufpunkt war das Hostel "Anvari" in der Anvaristrasse. Nix besonderes, eine Übernachtungsmöglichkeit eben, wir hatten aber auch nicht vor mehr als die Nacht im Zimmer zu verbringen. Der Preis war gut und komfortabel etwas anderes.

Terminal-e Jonubi in Teheran

Autobahnmoschee auf dem Weg nach Shiraz

9. Dezember 2011

Zurück

Nach gefühlt einer Millionen Kilometern im Reisebus bin ich wieder zurück in Teheran. Letzten Endes war ich während meines kurzen Ausfluges in den Städten Shiraz, Yazd und Esfahan. Eigentlich ist es gar nicht meine Art einen auf "Sightseeing" zu machen, aber manchmal geht's nicht anders. Von dort hab ich natürlich einige Eindrücke mitgebracht, genauso wie ne ganze Menge Bilder. In den nächsten Tagen werde ich also den Trip so ein bisschen nacherzählen, wer Lust hat schaut rein.

Pinkelpause irgendwo mitten in der Pampa

26. November 2011

Alltag

Nach fast sehs Wochen im Iran ist hier der Alltag eingekehrt. Die Hälfte meines Aufenthalts ist fast rum und ich habe das Gefühl schon immer hier zu sein. Fünf mal die Woche fahre ich morgens zwischen 8:20 Uhr und 8:40 Uhr mit einem privaten Minibus zum etwa 5km entfernt gelegenen Sprachinstitut. 
Der Bus fährt jeden Tag zu einer anderen Zeit, einen strikten Zeitplan gibt es nicht und so passiert es auch manchmal, dass er viel zu spät oder gar nicht kommt. Ich bin dann dementsprechen auch zuspät dran.
Auch hängt es vom Verkehr ab, ob ich mir noch schnell einen Tee oder einen miserablen Instantkaffee vor Schulbeginn ziehen kann. Pünktlichkeit hat hier sowieso eine ganz andere Dimension, wer schon mal in einer Großstadt gelebt hat, und damt meine ich nicht Hamburg oder Berlin, weiß, dass es viele Variablen geben kann, die einen Zeitplan völlig kaputt machen können. Daran muss ich mich noch gewöhnen.



Der Unterricht dauert von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr, um 10:15 Uhr gibt's allerdings noch eine Pause von 30 Minuten, die zum Frühstücken genutzt werden kann.


Mittagessen bietet die instituteigene Kafeteria auch an, meistens ist es jedoch lieblos gekocht und ich besuche ein "Restauran-e Sunnati", das solides Essen für preiswert anbietet.
Fast jeden Tag führt mich mein Weg nach der Schule zu einem Coffeeshop am Tajrish-Square, hier sitze ich dann mit den anderen Ausländern zusammen und wir schlagen die Zeit tot. Zumindest für ein bis zwei Stunden verarbeiten wir Eindrücke und sammeln neue. Schmieden Pläne, was man erleben sollte und welche Orte in Iran zu den "Must See" gehören. Oft zentriert sich auch das Interesse der anderen Gäste auf uns, vor allem auf die blonden Norweger. Total überrascht, dass die dann auch noch "Farsi" sprechen, hört man dann meistens ach dem ersten "Salam" Sätze wie "ey baba farsi kheyli khub baladin", was soviel heißt wie "Sie sprechen aber gut persisch". Ich kann's nicht mehr hören.
Dann irgendwann ist die Zeit gekommen zurück ins Studentenwohnheim zu fahren und sich seinen Hausaufgaben für den nächsten Tag zu widmen. Die Abende vertreibe ich mir entweder mit Basketballtraining, Indoorklettern, Bowling, Essengehen oder Wasserpfeife rauchen, oder halt einfach nur mit meinen Komilitonen Filme schauen.
Eine Kaschemme zu finden, in der es sowohl für Männer als auch für Frauen erlaubt ist Wasserpfeife zu rauchen scheint nicht möglich. Auch daran muss man sich erstmal gewöhnen, dass es sich nicht gehört gewisse Dinge, gewisse Aktivitäten zusammen mit dem weiblichen Geschlecht zu unternehmen. Deshalb auch eine in zwei Teile untergliederte Bowlinghalle, der vordere Teil des Busses für die Männer, der hintere für die Frauen. Es bestehen andere Regeln hier und es ist schwer damit umzugehen. Die Unterteilung der Bevölkerung in zu allererst Mann und Frau ist überall präsent.
Nicht, dass ich ständig Frauen um mich herum haben muss, aber schon alleine die Möglichkeit nicht zu haben nervt.
Die erste Hälfte meines Aufenthalts ist also vorrüber, am Mittwoch steht ein kleiner Test an und dann geht's ab dafür in den Süden, neun Tage Ferien, darauf freu ich mich schon seit sechs Wochen.

13. November 2011

Elbursgebirge und Damavand


Das Elbursgebirge liegt im Norden Irans und trennt Teheran vom Kaspischen Meer. Sein höchster Gipfel ist der Vulkan Damavand mit ca. 5600m liegt etwa 70km nordöstlich der iranischen Hauptstadt, hier auf dem Bild ist er deutlich durch seinen spitz zulaufenden Gipfel erkennbar. Es gibt geführte Touren auf den Damavand. Am ersten Tag steigt man bis auf ungefähr 4000m, am zweiten Tag dann bis zum Gipfel, wenn es das Wetter zuläßt.

8. November 2011

Snowboarden in "Dizin"

Gestern waren wir in "Dizin", das ist ein Skigebiet nördlich von Teheran im Elburzgebirge. Auf einer der vielen Info-Internetseiten von "Dizin", fanden wir die Telefonnummer eines Fahrservices, der uns vor unserem Studentenwohnheim abholte. Eigentlich hatten wir 5:30 Uhr ausgemacht, ob es nun an den verschneiten Straßen oder am iranischen Pünktlichkeitssinn lag, dass er eine Stunde zu spät kam, weiß ich nicht. Dann fuhren wir noch ein paar andere Haltestellen ab um noch mehr Leute mitzunehmen. Angesetzt waren zwar nur zwei Stunden Fahrt bis ins Skigebiet. Doch inklusive Frühstücken auf dem Weg, Liftkarten kaufen sowie Equipment ausleihen, dauerte alles in allem viel zu lange, so dass wir erst so gegen halb 11 die erste Abfahrt in Angriff nehmen konnten. Auf der Piste angekommen wurden wir mit einer herrlichen Sicht auf das Elbursgebirge und auf den Damanvand, der bis zu 5600m hoch ist, belohnt. Die Schneequalität war der absolute hammer und in den Tiefschneeabhängen war meine Spur oft die Erste. Das was man sich in den überfüllten Abhängen der Schweiz, Österreichs oder Frankreichs oft wünscht. Als dann die Lifte um 15:30 Uhr langsam schlossen, war ich dementsprechend "stoked" und dieses zufriedene Lächeln hällt noch an.


Wintersport ist hier im Iran sehr beliebt, was nicht bedeutet, dass die Iraner besonders gute Skifahrer oder Snowboarder sind. Der Grund liegt vielmehr darin, dass das Gebirge das absolute Kontrastprogramm zur Stadt bietet: Vor allem frische Luft und Ruhe.Ausserdem können sich Mann und Frau hier freier bewegen, das Kopftuch kann getrost zu Hause gelassen werden und Sittenwächter hab ich auch keine gesehen. Dennoch ist Wintersport, genauso wie in allen anderen Ländern, extrem teuer und nur für die oberen Bevölkerungsschichten erschwinglich, die viel Zeit und Geld hat.

 vor unserem Studentenwohnheim um 5:30 Uhr
Daniel und Ich vor dem Elbursgebirge, der spitze Berg ist der Damavand




damit so richtig Alpenfeeling aufkommt

...und noch mal von Innen

31. Oktober 2011

Bowling

Natürlich gibt's in Teheran keine Bars, also zumindest nicht in dem Sinne, wie wir es in Deutschland gewohnt sind, also muss man sich neue Freizeitbeschäftigungen suchen. Bowling ist möglich, das haben wir heute rausgefunden. Es gab acht Bahnen, die bei Bedarf durch eine Trennwand in zwei mal vier unterteilt werden können. Heute haben wir sozusagen Pionierarbeit geleistet und werden demnächst wohl öfter mal die Kugel schwingen. Billard, Dart, Minigolf und noch vieles mehr ist in Planung.








27. Oktober 2011

Es wird Winter

und das merkt man auch hier in Teheran. Als ich am Sonntag vor einer Woch hier ankam war es wunderbar der Kälte Deutschlands entflohen zu sein. So wie es aussieht, war das nur ein kurzes Vergnügen, der Winter hat mich wieder eingeholt.
Aber ehrlich gesagt freue ich mich auch schon ein bißchen, die Skipisten hier in der Nähe sollen sehr gut sein und anscheinend kann ich mir bald selber ein Bild davon machen.

22. Oktober 2011

Flüchten

Am Donnerstag hat es uns ins Gebirge verschlagen. Kurze Auszeit von Lärm, Abgasen und überfüllten Gehwegen. "Tochal" heißt der Berg, der direkt hinter meinem Wohnheim bis auf ca. 3800m hoch geht. Wir haben es zwar nur bis ungefähr 3200m geschafft, es war aber dennoch ein hammer Erlebnis und eine Erholung gleichermaßen.


19. Oktober 2011

Straßenverkehrsordnung

Wenn es in Teheran mal staut, was eigentlich 24h am Tag der Fall ist, dann benutzen die 2-Radfahrer auch ganz gerne mal den Gehweg.


18. Oktober 2011

Studentenwohnheim

Nachdem ich die letzten zwei Nächte bei Bekannten verbracht habe bin ich heute in ein Studentenwohnheim im Norden Teherans eingezogen. Eine Zweizimmerbutze im 9. Stock, allerdings mit drei Betten, was soviel bedeutet wie: Ich habe auch zwei Mitbewohner. Und eigentlich sind es auch nicht wirklich zwei Zimmer, sondern vielmehr ein Wohnzimmer mit integrierter Küche und ein Schlafzimmer. Komischerweise bin ich zufrieden und bin glücklich, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist.
Der Blick ist jedenfalls gigantisch, vor meinem Fenster liegt Teheran.


Abreisetag

Während ich diese Zeilen tippe startet der Flieger der "Iran Air" gerade und läßt Budapest hinter sich.
Für mich hatte der Tag relativ früh angefangen, dies liegt vor allem daran, dass ich mir in den letzten Jahren die Angewohnheit zu eigen gemacht habe vieles, besonders, wenn es um private Organisation geht, auf die letzte Minute hinauszuschieben. Also klingelte mich der Wecker heute nach ca. 4 Std Schlaf aus meinen Träumen und mir war sofort klar, heute geht's los, aber ich hatte noch nicht einmal meinen Koffer gepackt. Zwar hatte ich mich etschlossen mich auf das mindeste zu beschränken, dennoch kam einiges zusammen. Bis 11 Uhr war schließlich alles erledigt, inklusive Verabschiedung von den Liebsten. Gut im Zeitplan war auch die Abwicklung am Flughafen und der Chekin ein Kinderspiel ohne Zwischenereignisse.
Um 15:30 Uhr startete also der Flieger in Hamburg und tatsächlich riecht hier immer noch alles nach "Ghormehsabzi". Ich selbst aß dann später "Chuchekabab" und ich kann mich nicht beschweren, für Flugzeugessen war's wirklich gut.

Jetzt geht's von Budapest aus auf direktem Weg nach Teheran.


14. Oktober 2011

Los geht's

Am Sonntag ist es nun endlich soweit, ich fliege nach Teheran. Es ist für mich der erste Besuch Irans und ich bin gespannt wie beim Tatort. Eigentlich weiß ich schon sehr lange, wenn nicht sogar mein ganzes Leben lang, dass ich mich in das Land südlich des Kaspischen Meeres begeben werde, schließlich ist hier die Geburtsstätte der hälfte meines Erbguts.
Und dass ich diesen Winter die Kälte Deutschlands mit der Kälte Teherans eintauschen werde, das weiß ich auch schon ein paar Jährchen. Ich studiere ja auch noch und da mein Studium den schönen Abschluss „Internationaler Bachelor“ zur Folge haben soll, muss ich eben auch mal ins internationale Gefilde.
Also hab ich das alles sehr gut geplant und mich schon vor mehr als einem halben Jahr um Visum, Einschreibung an einem teheraner Institut sowie um den ganzen sonstigen Papierkram, der da noch anfällt, gekümmert. Die Kurse, die ich dann dort besuchen darf, fangen am 22. Oktober an und da dachte ich mir, buch doch mal nen Flug eher so knapp davor, falls noch was schief geht. War dann auch eine ganz gute Entscheidung. Wie gesagt um Visum hatte ich mich eigentlich schon Ende Mai gekümmert, also beantragt. 
Am Mittwoch dieser Woche konnte ich dann selbiges schon abholen. Sagen wir es so, ich bin froh, dass es überhaupt geklappt hat und das ich heute endlich diese ersten Worte auf diese Seite schreiben kann, lange Zeit hat es so ausgesehen, als ob dieser Blog für immer leer bleiben würde.
Ich habe nicht wirklich eine Vorstellung, was mich dort erwarten wird, aber freue mich schon sehr auf das Abenteuer. Los geht‘s am Sonntag und Abends bin ich dann auch schon im Iran, 3 Monate lang (wenn alles gut geht).