19. Dezember 2011

ah ja, es ging ja noch weiter

In Shiraz wollen dich eigentlich alle Taxifahrer nach Persepolis, also nach Takhte Jamshid, fahren und klar, das ist für sie auch die beste Einnahmequelle. Wenn sie bemerkt haben, dass du ein Tourist bist, dann wollen sie dich aber auch hinters Licht führen und lassen sich die phantasievollsten Preise einfallen. Wir haben am ersten Tag in Shiraz einfach mal ein paar Taxifahrer, nur so aus Interesse, angehauen und gefragt, was es denn kosten würde nach Takhte Jamshid und Naqshe Rostam zu fahren und natürlich auch wieder zurück. Die Preise hatten eine Spannbreite von 450.000 Rial bis hinzu etwa 800.000 Rial, was etwa 30€ bis 60€ entspricht.  Jeder meinte natürlich, dass sein Angebot unschlagbar wäre und er es nur für uns, weil er uns so gerne hat, so günstig anbieten würde.
Letzten Endes haben wir uns dann für eine der günstigeren Variante entschieden, aber mehr weil der Fahrer vernünftig war und den Anschein machte uns nix aufschwäzen zu wollen.
Morteza, so hieß er, holte uns also am morgen so gegen 8:00 Uhr in unserem Hotel in der Anvaristrasse ab. Wir hatten gerade gefrühstückt und der Morgen versprach schon einen angenehm sonnigen Tag, wir waren also guter Dinge. Also nicht das jetzt jemand falsche Hoffnungen hägt, wir fahren nur ach Persepolis und schauen uns Ruinen an, wir werden nicht ausgeraubt, entführt oder Zeuge einer Explosion oder was auch immer, nur ne Ruine, die um 518 vor Christus vom persischen König Darius dem I als Repräsentationshauptstadt erbaut wurde, er hat sie bauen lassen. Griechische Geschichtsschreiber haben die dann Persepolis genannt. Heute ist sie UNESCO-Weltkulturerbe und diente auch den sagen wir mal "rahmensprengenden" Feierlichkeiten zum Neujahrsfest und gleichzeitig der 2500 Jahrefeier zu Shahzeiten.
Dort angekommen steht man auf einem riesigen Areal, welches dann im Nordosten von Bergen oder Hügeln abgeschlossen wird. Um ehrlich zu sein steht nicht mehr viel und einiges ist rekonstruiert worden. Dennoch reichen die Überreste aus, um der Fantasie, natürlich zusammen mit angelesenem Wissen, einen guten Rahmen zu geben hier die Geschichte zu imaginieren. Also auf gut deutsch hab ich Gänsehaut bekommen bei dem Anblick eines so geschichtsträchtigen Bodens. Genauso wie bei Stonehege kann man sich nicht vorstellen, wie es zu damaliger Zeit möglich gewesen sein soll, ein solches Bauwerk, solche Bauwerke zu errichten. Die Säulen sind teilweise, ach keine Ahnung wie hoch, aber sie sind enorm hoch. Und von solchen Säulen gab es hunderte, ein Saal, der leider nicht mehr erhalten ist, heißt sogar Saal der 100 Säulen. Und auf diese dann noch nen Dach bauen.... ich fand heftig und atemberaubend. In den Bergen sind zwei Königsgräber eingehauen, die so ein bisschen an ägyptische  erinnern. Diese sind auch extrem wichtig für die Wissenschaft, vor allem für die Sprachkundler. Anhand der Inschriften, die meist mehrsprachig eingraviert wurden, konnten diese ganze Sprachen rekonstruieren und erforschen. Ich lass jetzt mal gut sein und Bilder sprechen, den Rest kann man ja nachlesen.



Takhte Jamshid










Und dann sind wir noch ein kleines Stück weiter gefahren, wo es noch mehr Königsgräber gibt, noch mehr Geschichte und noch mehr Inschriften:

Naqshe Rostam

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