Unsere Zeit in Shiraz war dann auch vorbei und es sollte nun weitergehen nachYazd, eine Stadt, bisschen kleiner sowie umgeben von Wüste und Bergen. Worauf ich mich natürlich sehr freute, da ich eigentlich jetzt schon genug hatte von Moscheen und Minaretten und auch im Basar hatte ich mich schon sattgesehen. Yazd ist ausserdem berrühmt für Stoffe und war vor soundsoviel Jahren ein wichtiger Umschlagsort Irans, weil nämlich an der Seidenstraße gelegen.
Jup, wir hatten erfahren, dass es einen Bus um 7:30 Uhr morgens gibt, der etwa fünf bis sechs Stunden bis nach Yazd, die Stadt unseres Begehrens, braucht. Von Carlos hatten wir uns kurzzeitig getrennt, den es noch weiter in den Süden trieb. Wir wollten uns dann auf unserer nächsten Etappe in Shiraz wieder treffen. Kjetil, der Norweger, und ich sind also zeitig aufgestanden und auch dementsprechend früh am Busbahnhof von Shiraz angekommen. Nun gab es leider aber keinen freien Platz mehr in dem 7:30 Uhr Bus, zumindest sagte uns das der nette Herr am Verkaufsschalter.Der nächste Bus fuhr um elf, was für unseren Geschmack reichlich spät war. Wir wollten natürlich erstens keine vier Stunden am Bahnhof totschlagen und zweitens hieße das dann ja auch erst so gegen 19:00 Uhr in Yazd ankommen, was sagen wir mal unserem Zeitmanagement in quere käme, Hotelzimmer suchen, paar Sachen in der Stadt anschauen usw. Wir haben also den Bus aufgesucht, der tatsächlich auch nach den Angaben der Busfahrer ausgebucht war. Hmmm, wir standen also da rum und wussten nicht so recht was machen. Nochmal zum Busfahrer hin und ihn fragen ob wir nicht doch irgendwie mitfahren können, zum Beispiel wenn jemand nicht kommt der gebucht hatte und so. Der Busfahrer meinte dazu, dass das schon ginge, aber das auch noch andere genau auf diese Situation warteten. Jo, sieht schlecht aus mein ich gerade noch zu Kjetil, doch dann dreht sich der Fahrer noch mal um und meint: "Ihr kommt nicht aus dem Iran, oder?" was ja nun offensichtlich war. Wir haben ihm also unsere Geschichte erzählt, ich meine, dass meine Mutter ursprünglich aus dem Iran kommt und ich nicht zweisprachig aufgewachsen bin und endlich die Chance ergriffen habe, meine Muttersprache zu lernen und dass ich zum ersten Mal hier im Iran bin um das Land zu erkunden. Dann Kjetil, der aus Norwegen kommt, dort a der Uni auch Studien zum Mittleren Osten studiert und sich, seiner Meinung nach, für die schönste Sprache, nämlich Persisch, entschieden hat. Der Busfahrer, sein Name ist mir leider entfallen, fand das alles höchst interessant, sowie natürlich auch 99% aller anderen Iraner, denen ich diese Geschichte erzählt habe. Ich weiß gar nicht mehr wie oft schon insgesamt und das ist auch die beste Geschichte, die ich fehlerfrei auf persisch von mir geben kann. Naja, er war also total begeistert und meinte dann, dass er uns auf jeden Fall mitnehmen wird und wenn's nicht anders geht, dann halt in der Schlafkajüte der Fahrer oder im Frachtraum, wenn wir da nichts dagegen hätten. Das war ne gute Nachricht und Kajüte ist super, dachte ich mir, sah mich schon die ganze Fahrt neben einem stinkenden und schnarchenden Busfahrer liegen, der zuvor 20 Stunden am Stück gefahren war und sich die Zähne wahrscheinlich das letzte Mal irgendwann im Sommer geputzt hatte.
Die ganze Geschichte endete natürlich ganz harmlos, wir bekamen einen Platz, nachdem wir ein bisschen Personentetris gespielt hatten, vier fünf Personen Plätze tauschten, sodass auch ja kein fremder Mann neben einer fremden Frau saß, saßen wir sogar nebeneinander. Und schon ging es los nach Yazd.
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